Die Silbe ist ein grammatischer beziehungsweise linguistischer Begriff, der eine Einheit aus einem oder mehreren aufeinanderfolgenden Lauten bezeichnet, die sich in einem Zug aussprechen lassen (Sprecheinheit). Sie stellt die kleinste Lautgruppe im natürlichen Sprechfluss dar. Sie ist eine phonetische und keine Sinneinheit. Das bedeutet, dass die Einteilung in Silben oft nicht mit der Einteilung in bedeutungstragende Einheiten übereinstimmt. Auch wenn im Deutschen oft der Eindruck entsteht, dass die Morphemgrenze mit der Silbengrenze übereinstimmt, ist dies nicht der Fall, da eine Silbe eine eigene inhärente Struktur besitzt. Manchmal werden Morpheme auch als Sprachsilben bezeichnet und dann die hier beschriebene Silbe zur Verdeutlichung als Sprechsilbe. Daneben wird manchmal auch eine Schreibsilbe definiert. Jedes phonologische Wort lässt sich in Silben unterteilen – diese Unterteilung dient als Basis für die schriftsprachliche (graphematische) Worttrennung am Zeilenende, welche durch einen Trennstrich gekennzeichnet wird (beispielsweise Faul-heit, Weis-heit, Sil-be, lus-tig, wa-rum, Chi-rurg). In der Poesie, d. h. Lyrik und anderen Versdichtungen, konstituiert in manchen Sprachen wie dem Deutschen der Wechsel aus betonten und unbetonten Silben das Metrum. In diesem Zusammenhang wird in der Verslehre eine vom Metrum geforderte betonte Silbe als Hebung, eine unbetonte als Senkung bezeichnet. Diese Begrifflichkeit wird im übertragenen Sinn auch auf quantitierende Verse der antiken Metrik angewendet. Als Hebung werden hier diejenigen langen Silben bezeichnet, die nicht kurze Silben vertreten, als Senkung die kurzen Silben und die sie ersetzenden langen Silben. Zwar hat jede Sprache eigene Regeln für den Aufbau ihrer Silben, aber einige davon gelten universell: Eine Silbe muss immer genau einen Silbengipfel enthalten. Das ist meistens ein Vokal oder Doppelvokal. Zusätzlich kann sie einen oder mehrere Konsonanten aufweisen. Manche Sprachen erlauben in unbetonten Silben auch sonore Konsonanten wie Nasale oder Liquiden als Silbengipfel. Andere Sprachen, z. B. Tschechisch, erlauben auch in betonten Silben bestimmte Konsonanten als Silbengipfel, z. B. Strc prst skrz krk ‚Steck den Finger durch den Hals‘. Diese Aspekte werden in der Linguistik als Silbenbeschränkungen aufgefasst. In diesem Zusammenhang wird danach gefragt, wann eine Silbe den sogenannten 'Wohlgeformtheitsaspekten' folgt und wann nicht. Es werden universelle und sprachspezifische Silbenstrukturbeschränkungen unterschieden. Als silbisch bezeichnet man einen Konsonanten, wenn er in einem Wort Silbenträger ist. Beispiele sind Wörter, die auf en enden: „Laden“ ['la?dn?] mit silbischem /n?/ im Gegensatz zur nichtsilbischen Variante ['la?d?n] mit Schwa /?/, der traditionell korrekten Aussprache.
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